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Harald Fechner

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Was tun gegen schwere Schulranzen?

"Der richtige Start in den Schultag" - eine Information für Eltern über Schulranzen, Frühstück und Pausenbrot

zu bestellen bei Münchner Aktionswerkstatt G'sundheit (Mag's), Bayerstraße 77a, 80335 München, Tel. 089/5329 5656

Tipps für Eltern für zum ersten Schulranzen - Ärzte aus der Rheinland-Pfalz
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Tipps zum Schulranzenkauf

Ökotest - Schulranzen

2015:
http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=105594&bernr=07&gartnr=1&suche=Schulranzen

2014:
http://www.oekotest.de/cgi/index.cgi?artnr=102912&bernr=07&gartnr=1&suche=Schulranzen

...und viele weitere Infos unter Stichwort "Schulranzen"

Stiftung Warentest

https://www.test.de/Schulranzen-Viele-Ranzen-leuchten-nicht-4504907-0/

...und viele weitere Infos unter Stichwort "Schulranzen"


Verbraucherschutzministerium Bayern/ Tipps zum Schulranzenkauf

http://www.vis.bayern.de/produktsicherheit/produktgruppen/spielwaren/schulranzen.htm

 

Beiträge und weitere Infos

Infobroschüre zum Thema „Haltungsschäden im Kinder- und Jugendalter“
http://www.sparmedo.de/ratgeber-haltungsschaeden.html

Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung e.V. (BAG) www.haltungundbewegung.de

Pressemitteilung der Ärzte aus Rheinland-Pfalz   (Startet den Datei-DownloadPDF-Download

Informationen insbesondere für 5. und 6. Klassen 
http://www.schwereranzen.de/

Tipps des Elternbeirat aus einer Schule in Leutenbach
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Ist mein Schulranzen zu schwer? - ein Projekt an der Moosburger Realschule

Elternbeirat startet Projekt mit Fünftklässlern an der Kastulus-Realschule (aus der Moosburger Zeitung Februar 2008)

Moosburg.„Ist mein Schulranzen zu schwer für mich?“ Dieser Frage sollen sich nach Meinung des Elternbeirats der Kastulus-Realschule Schülerinnen und Schüler bewusst werden. Der Elternbeirat hat ein Projekt ins Leben gerufen, mit dem das Problem angegangen werden kann.

 

An der Realschule gehen Vorsitzende Rita Steinhauser und Manuela Engl derzeit jeden Dienstag in eine fünfte Klasse und stellen das Schulranzen-Projekt vor. „Wir wollen den Kindern bewusst machen, wie schwer ihr Schulranzen tatsächlich ist, und was man dagegen tun kann“, sagt Manuela Engl. Die Idee, die in Absprache mit Schulleiter Konrad Diewald nun umgesetzt werden soll, ist die Aufteilung der Verantwortlichkeit für die Schulbücher. Den Fünftklässlern wird die Möglichkeit gegeben, mit dem Banknachbarn eine „persönliche Vereinbarung“ zu treffen.

Demnach sollte der linke Banknachbar im ersten Halbjahr alle Bücher für die ersten drei Unterrichtsstunden pro Tag, der rechte die Bücher für die Stunden vier bis sechs mitbringen. Für den Fall, dass einmal jemand krank ist, sollen je zwei Bücher pro Fach in der Klasse deponiert werden.

Das Projekt würde nicht nur den Rücken der Kinder schonen. „Das ist ein ideales Feld, um Werte von Klein auf zu üben“, betonte Diewald. Auch das ist ein zentrales Anliegen, das der Elternbeirat sich von dieser Aktion verspricht: Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit und Verantwortungsgefühl zu schulen, Vertrauen zum Nachbarn zu entwickeln. Zudem bleibt den Schülern die freie Entscheidung. Wenn sie die Vereinbarung treffen, dann sind sie dafür verantwortlich, dass die richtigen Bücher im Unterricht vorhanden sind. Und zugleich wird vermieden, dass Kinder schon in der fünften Klasse Haltungsschäden davontragen.

Jeweils dienstags in der so genannten Klassleiterstunde werden die Fünftklässler derzeit mit dem Projekt vertraut gemacht. So auch diese Woche in der Klasse 5c. Der Schüler Florian durfte zunächst einmal vorführen, wie er seinen Schulranzen aufnimmt. Dabei erklärte Manuela Engl, dass die Träger so eingestellt sein sollten, dass die Oberkante des Ranzens auf Höhe der Schulterblätter sitzt. Mehr als 15 Prozent des eigenen Körpergewichts sollte der Schulranzen mit dem gesamten Inhalt nicht wiegen. Wie viel das ist, wurde den Schülern anhand von Bauklötzen veranschaulicht.

Zudem bekamen sie nützliche Tipps, auf welche Dinge man verzichten könnte, wenn die Schultasche zu schwer ist. In Zusammenarbeit mit Sport- und Bewegungsberater Harald Fechner, Sportphysiotherapeut Matthias Huber und dem Praxisbüro Gesunde Schule am Landratsamt  Freising hat der Elternbeirat das Konzept entwickelt.

Karl Ritter von Frisch gegen zu schwere Schulranzen

 
Nicht nur Grundschüler haben oft zu schwere Schulranzen, auch auf weiterführenden Schulen und besonders in der Unterstufe der Gymnasien setzt sich das Problem fort. Nachmittagsunterricht und verschiedene Fächer erfordern jeden Tag eine Fülle von Unterrichtsmaterialien, die oftmals zu schwer für den Rücken der Schüler sind.
Das Karl-Ritter-von-Frisch Gymnasium in Moosburg hat hierzu einen ganzheitlichen Lösungsansatz gefunden und Studienrektor Hans Loibl uns ein Interview dazu gegeben.

 

Gibt es an Ihrer Schule das Problem der zu schweren Schulranzen, speziell in der Unterstufe?

Hans Loibl: Natürlich müssen die Schüler einige Last auf dem Rücken tragen, besonders bei sehr kleinen und zierlichen Schülerinnen in der Unterstufe ist der Schulranzen oft sicher eine Belastung.

Wir bemühen uns aber, durch gezielte Maßnahmen unsere Schüler zu entlasten und konnten so auch schon einiges erreichen.

Welche Maßnahmen sind das?

Hans Loibl: Wir gehen das Problem von mehreren Seiten aus an.
Seit ca. 6 Jahren gibt es an unserer Schule das Programm "Lernen lernen", eine Art Methodik- und Lifeskillunterricht, der in der 5. Klasse als einstündiges Fach auf dem Stundenplan steht.
Dies haben wir auch in unser Schulkonzept aufgenommen.
Dort lernen Schüler verschiedene Methoden, um schneller und effektiver zu Lernen, aber auch, sich selber besser zu organisieren. In diesem Zusammenhang wird ausführlich darüber gesprochen, wie wichtig es ist, die Schultasche jeden Abend neu zu packen und nur die Dinge dabei zu haben, die man für den kommenden Tag braucht, eventuell. kann man manche Dinge auch in der Schule lassen etc.
Das macht Ihnen die Eingewöhnung an einer neuen (meist viel größeren) Schule leichter und wir erleichtern unseren Schülern damit den Einstieg in die Gymnasialzeit.

Zudem arbeiten wir auch eng mit den Eltern zusammen und sprechen diese Thematik bei verschiedenen Elternabenden an. Kinder brauchen auch auf weiterführenden Schulen noch Unterstützung und so empfehlen wir, mit den Kindern zusammen die Schultasche zu packen und gemeinsam zu überlegen, was nun in den Ranzen gehört und was nicht.

Auch unsere Lehrer wirken dem Problem entgegen. Sie erlauben den Schülern, pro Bank nur ein Buch mitzubringen und kündigen auch am Tag davor an, welche Arbeitsmaterialen benötigt werden und welche zuhause bleiben können. Der Wechsel beim Büchermitbringen erfolgt nicht wöchentlich sondern nach ca. 4 Monaten, so ergibt sich eine gewisse Kontinuität und die Bücher werden seltener vergessen.

Einige Schulbuchverlage (z.B. Cornelsen) haben das Problem zu schwerer Bücher mittlerweile erkannt und bieten nun oft "2-in1 Bücher" an, so dass ein schwerer Einband wegfällt, wir bemühen uns, diese Bücher verstärkt einzusetzen.

Seit ca. 5 Jahren gibt es außerdem für unsere Schüler Schließfächer, die den Schulalltag sehr erleichtern.

Schließfächer Gym Moosburg 1Wie kam es zu dem Einbau der Schließfächer?

Hans Loibl: Auslöser waren mehrere Anfragen von Eltern, die sich Sorgen um die zu schweren Schulranzen ihrer Kinder machten. Der Elternbeirat hat dieses Thema dann aufgegriffen und an die Schulentwicklungsgruppe herangetragen.

Die Idee der Schließfächer wurde einstimmig positiv aufgenommen auch im Kollegium, so dass es bei der Umsetzung keine Hürden gab.

Unser damaliger Unterstufenbetreuer Herr Puscheck hat dann die Leitung des Projekts übernommen und dank der guten Kooperation mit Schulleitung, Schulentwicklungsteam und Elternbeirat konnten wir nach einem 
halben Jahr die ersten Schließfächer installieren.

Wir sind dann etappenweise so vorgegangen, dass mittlerweile für 2/3 der Schüler ein Schließfach vorhanden ist. Da nicht alle Schüler Bedarf an einem Fach haben, reicht diese Zahl momentan, unser Ziel ist es aber, dass jeder Schüler ein eigenes Schließfach hat.

In unserem Neubau der sich noch in der Entstehung befindet sind die Schließfächer dann schon fest in der Bausubstanz integriert.

Wie läuft das Ganze denn jetzt organisatorisch ab?

Hans Loibl: Das System ist einfach, die Schüler zahlen zu Beginn des Schuljahres ein Pfand von 10€ und erhalten dafür vom Hausmeister den Schlüssel. Ist am Ende des Schuljahres alles okay, erhalten sie ihr Pfand zurück. Es besteht also keine Verpflichtung, ein Schließfach über Jahre anzumieten.

Schließfächer Gym Moosburg 2Wo befinden sich die Schließfächer?

Hans Loibl: Die Fächer befinden sich NICHT, wie man das von amerikanischen Schulen kennt, auf den Gängen sondern in den Klassenzimmern selber jeweils an der Rückwand.

Dies hat einige Vorteile.
Zum einen ist es sicherer, die Klassenzimmer sind ja fast ständig besetzt, so dass sich niemand unbemerkt an einem Fach zu schaffen machen kann.
Zum anderen ist es organisatorisch sinnvoller, die Fächer in den Klassen zu haben.
Für die Schüler ist es möglich, sich auch mal im Unterricht etwas aus dem Schließfach zu holen, ohne den Raum zu verlassen und für Unruhe zu sorgen.
Würden die Schließfächer auf den Gängen stehen gäbe es vor allem in den Zeiten zwischen den Stunden ein riesiges Gedrängel, bei dem sich die Schüler selbst blockieren und viel Zeit verlieren würden.

Wie wurde die Installation der Schließfächer finanziert?

Hans Loibl: Da der Elternbeirat die Idee angeregt hatte, haben wir von dieser Stelle finanzielle Unterstützung erhalten, der restliche Teil konnte mit den Mitteln des Sachaufwandsträgers finanziert werden. Mit dieser Methode konnten wir den Schließfächerbestand Jahr für Jahr aufstocken.

Was würden sie anderen Schulen raten?

Hans Loibl: Der Einbau von Schließfächern ist ein ganz wichtiger Punkt.
Noch hilfreicher wäre es aber, das "Lernen lernen" Konzept dauerhaft zu implementieren, da die Schüler hier unter anderem lernen, wie man diese effektiv nutzen kann.
Die Schüler profitieren enorm von dieser einstündigen Veranstaltung und können die Erkenntnisse daraus auch später noch anwenden.
Wesentlich für die Realisierung eines Projektes ist, dass das Zusammenspiel der unterschiedlichen Schulakteure (Eltern, Lehrer, Schüler, Hausmeister...) über die Schulentwicklungsgruppe funktioniert.

Wir wären gerne bereit dazu, anderen Schulen Auskunft über dieses Programm zu geben und Hilfen bei der Umsetzung zu geben.


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