Frühe Sensibilisierung gegen Glimmstängel
Prominente klären Hauptschüler in einer Ausstellung über die Gefahren des Rauchens auf
Moosburg. „Rauchen ist cool“,
„Ich bin cool, weil ich nicht rauche“ –
Das Rauchen ist ein kontrovers diskutiertes
Thema. Erst recht, seitdem
in allen öffentlichen Gebäuden, Restaurants
und Kneipen nicht mehr gequalmt
werden darf. Auch die Schüler
der Georg-Hummel-Hauptschule
haben dazu unterschiedliche Auffassungen,
die sie in den vergangenen
zwei Wochen kundtun konnten. In
der Aula des neuen Ganztagsgebäudes
ist seitdem eine Ausstellung aufgebaut,
bei der sich die Schüler über
verschiedene Aspekte des Rauchens
informieren und ihre Meinung niederschreiben
konnten.
An Stellwänden schauten den
Schülern wohl bekannte Gesichter
entgegen. Prominente Persönlichkeiten
wie Fußballnationalspieler Philipp
Lahm oder Fernsehmoderatorin
Gülcan Karanhanci erzählten dort,
warum sie Nichtraucher sind, welche
Folgen das Rauchen haben kann und
klären über das neue Nichtraucherschutzgesetz
auf. Außerdem gab es
weitere interessante Zahlen und Fakten
zu erfahren. Erfreulich dabei war
unter anderem, dass der Anteil rauchender
Jugendlicher zwischen zwölf
und 17 Jahren seit 2001 stetig gesunken
ist.
Insgesamt 17 Klassen, vorwiegend
aus den Jahrgangsstufen sieben bis
zehn, haben die Ausstellung besichtigt
und haben sich mit der Thematik
auseinandergesetzt. Auch eine fünfte
Klasse war schon in der Aula. „Die
sind noch recht weit weg vom Rauchen.
Sie waren zum Teil schockiert,
wie viele Menschen das tatsächlich
tun und konnten sich das gar nicht
vorstellen“, erzählte Schulsozialarbeiterin
Gisela Rösch, die die Ausstellung
mit initiiert hat. „Es kann
nicht schaden, die Kinder frühzeitig
zu informieren“, sagte Rektor Karl
Seibold.
Für Lehrerin Liane Schwarz ist die
Aktion eine willkommene Abwechslung
zum „normalen“ Unterricht:
„Das hat optimal gepasst“, sagte sie.
Denn im Lehrplan der siebten Jahrgangsstufe
ist im Fach PCB (Physik/
Chemie/Biologie) auch das Thema
„Luft“ enthalten. Zusammen mit Gisela
Rösch hatte sie dafür gesorgt,
dass die Ausstellung, ein Projekt der
Landeszentrale für Gesundheit in
Bayern, an die Hauptschule gekommen
ist.
Die Schüler der Klasse 7 d, die Liane
Schwarz betreut, haben sich in
Gruppen aufgeteilt und sich zu verschiedenen
Bereichen des Rauchens
Gedanken gemacht. Die Ergebnisse
präsentierten sie anschließend auf
Plakaten ihren Mitschülern. Eine
Gruppe beispielsweise überlegte sich
Tipps, wie das Ziel, mit dem Rauchen
aufzuhören, am besten erreicht wird.
„Wenn deine Freunde rauchen wollen,
dann geh’ einfach weg“, sagte
eine Schülerin. „Wenn du eine rauchen
willst, dann mache etwas anderes,
um dich abzulenken, zum Beispiel
Sport“, regte ihre Freundin an.
Eine andere Gruppe hatte Ratschläge
parat, wo und wie man sich helfen
oder beraten lassen kann.
Recht aktiv waren die Schüler bei
der Sache. Liane Schwarz betonte,
die Ausstellung sei gut für Schulen
geeignet. „Besonders, dass die Prominenten
sich mit dem Thema beschäftigen,
hat die Schüler beeindruckt“,
sagte sie. „Das zieht deutlich mehr
als die teilweise sechs Jahre alten
Schulbücher.“ Die Chancen stehen
aus diesem Grund nicht schlecht,
dass ein Großteil dieser Siebtklässler
und eventuell auch der Älteren den
Glimmstängel gar nicht erst anfassen
werden. -sr-

