Ist mein Schulranzen zu schwer?

Elternbeirat startet Projekt mit Fünftklässlern an der Kastulus-Realschule

Moosburg.„Ist mein Schulranzen zu schwer für mich?“ Dieser Frage sollen sich nach Meinung des Elternbeirats der Kastulus-Realschule Schülerinnen und Schüler bewusst werden. Der Elternbeirat hat ein Projekt ins Leben gerufen, mit dem das Problem angegangen werden kann.

 

An der Realschule gehen Vorsitzende Rita Steinhauser und Manuela Engl derzeit jeden Dienstag in eine fünfte Klasse und stellen das Schulranzen-Projekt vor. „Wir wollen den Kindern bewusst machen, wie schwer ihr Schulranzen tatsächlich ist, und was man dagegen tun kann“, sagt Manuela Engl. Die Idee, die in Absprache mit Schulleiter Konrad Diewald nun umgesetzt werden soll, ist die Aufteilung der Verantwortlichkeit für die Schulbücher. Den Fünftklässlern wird die Möglichkeit gegeben, mit dem Banknachbarn eine „persönliche Vereinbarung“ zu treffen.

Demnach sollte der linke Banknachbar im ersten Halbjahr alle Bücher für die ersten drei Unterrichtsstunden pro Tag, der rechte die Bücher für die Stunden vier bis sechs mitbringen. Für den Fall, dass einmal jemand krank ist, sollen je zwei Bücher pro Fach in der Klasse deponiert werden.

Das Projekt würde nicht nur den Rücken der Kinder schonen. „Das ist ein ideales Feld, um Werte von Klein auf zu üben“, betonte Diewald. Auch das ist ein zentrales Anliegen, das der Elternbeirat sich von dieser Aktion verspricht: Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit und Verantwortungsgefühl zu schulen, Vertrauen zum Nachbarn zu entwickeln. Zudem bleibt den Schülern die freie Entscheidung. Wenn sie die Vereinbarung treffen, dann sind sie dafür verantwortlich, dass die richtigen Bücher im Unterricht vorhanden sind. Und zugleich wird vermieden, dass Kinder schon in der fünften Klasse Haltungsschäden davontragen.

Jeweils dienstags in der so genannten Klassleiterstunde werden die Fünftklässler derzeit mit dem Projekt vertraut gemacht. So auch diese Woche in der Klasse 5c. Der Schüler Florian durfte zunächst einmal vorführen, wie er seinen Schulranzen aufnimmt. Dabei erklärte Manuela Engl, dass die Träger so eingestellt sein sollten, dass die Oberkante des Ranzens auf Höhe der Schulterblätter sitzt. Mehr als 15 Prozent des eigenen Körpergewichts sollte der Schulranzen mit dem gesamten Inhalt nicht wiegen. Wie viel das ist, wurde den Schülern anhand von Bauklötzen veranschaulicht.

Zudem bekamen sie nützliche Tipps, auf welche Dinge man verzichten könnte, wenn die Schultasche zu schwer ist. In Zusammenarbeit mit Sport- und Bewegungsberater Harald Fechner, Sportphysiotherapeut Matthias Huber und dem Praxisbüro Gesunde Schule am Landratsamt Freising hat der Elternbeirat das Konzept entwickelt.