Schülerprojekt und Elternkurs am Dom-Gymnasium Freising

Schülerprojekt und Elternkurs am Dom-Gymnasium Freising

Premiere am Dom-Gymnasium Freising! Gleich zwei Projekte des Gesundheitsamts Freising wurden im Schuljahr 2015/16 angeboten: Sabrina Dietrich (Diplom-Sozialpädagogin, FH) gestaltete das suchtpräventive Projekt „Genuss, Konsum oder Sucht?“.

Zusätzlich fand in Zusammenarbeit mit der Kollegin Marita v. Lehmden, ebenfalls Diplom-Sozialpädagogin (FH), der Elternkurs „Hilfe, mein Kind pubertiert“ statt. Er wurde im Rahmen der diesjährigen Schwerpunktkampagne GANZ.SCHÖN.GEMEIN des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege angeboten.

Zwei unterschiedliche Zielgruppen konnten damit erreicht werden: Schülerinnen und Schüler einer 9. Klasse sowie Eltern des Dom-Gymnasiums und weiterer Gymnasien aus dem Landkreis. Damit wurde die Aktion eine runde Sache!

„Genuss, Konsum oder Sucht?“ – ein suchtpräventives Projekt für 9. Klassen an Freisinger Schulen

Das von Sabrina Dietrich entwickelte Projekt fand an drei Vormittagen, verteilt über das Schuljahr, in einer 9. Klasse statt. Die Lehrkraft Franziska Elwischger und eine weitere Kollegin, Simone Völkl, wurden aktiv mit einbezogen; überhaupt wurden alle Inhalte mit modernen interaktiven Methoden aus der Suchtprävention erarbeitet. Als besonderes Highlight durften acht Power Peers (speziell in der Suchtprävention ausgebildete Altersgenossen) aus den 10. Klassen mit dabei sein, um die Übungen und Methoden kennen zu lernen. 

Im ersten Block erfuhren die Schülerinnen und Schüler zunächst, was eine Sucht ist, wie sie entstehen kann und welche verschiedenen Süchte es gibt. Dabei ging es auch darum, sich eine persönliche Meinung zu bilden und den Mut zu haben, diese auszudrücken. Im zweiten Block durften die Jugendlichen in Gruppenarbeiten herausfinden, welche Motive gerade junge Menschen haben, bestimmte Dinge zu konsumieren. Dazu gehören sowohl scheinbar „harmlose“ Selbstverständlichkeiten wie Zucker in der Schokolade, als auch Alkohol, Zigaretten oder Computerspiele. Gemeinsam wurde dann überlegt, welche alternativen Handlungsweisen es gibt, um das Abgleiten in eine Sucht zu vermeiden.

Im letzten Block durfte die Klasse eine Party feiern: Das Planspiel „Voll die Party“ ist eine soziale Simulation, in der das Setting nachgebildet wird, in dem Jugendliche am meisten Alkohol konsumieren. Ohne pädagogischen Zeigefinger wurden in der 9. Klasse die Konsequenzen des Trinkens - positiv wie auch negativ - nicht nur angesprochen, sondern direkt durchlebt (natürlich nicht mit echtem Alkohol, sondern symbolisch anhand von roten Plastikchips und Softgetränken). Im Anschluss fand eine ausführliche Reflexion mit der Klasse statt.

Fazit der begleitenden Lehrkräfte Frau Elwischger und Frau Völkl: „Es war ein rundum gelungenes Projekt, das die Suchtprävention im Rahmen des Biologieunterrichts hervorragend ergänzt. Die Power Peers werden Elemente davon in ihr bereits bestehendes Repertoire aufnehmen und das Projekt in Zukunft in allen neunten Klassen durchführen.“

„Hilfe, mein Kind pubertiert!“ - Ein Kursangebot für Eltern pubertierender und mit Suchtmitteln experimentierender Kinder

Der Elternkurs fand im Zeitraum von April bis Juli im zweiwöchigen Rhythmus statt. An acht Abenden traf sich eine Gruppe von Eltern heranwachsender Kinder, um wichtige und lebenspraktische Informationen und Tipps mit an die Hand zu bekommen, damit sie zu Hause im Familienalltag besser mit dem „Phänomen Pubertät“ zurechtkommen.

Zum Kurs gehörten Fachvorträge, aber auch viele praktische Übungen, zum Beispiel wie man ein Gespräch über problematischen Konsum mit dem Jugendlichen führen kann. Wichtig waren dabei auch Hintergrundinfos zu Sucht, Drogen, Pubertät und Medien. Am zweiten Kursabend referierte der Jugendbeamte der Polizeiinspektion Walter Schollerer im Speziellen über das Thema Drogen. Außerdem erfuhren die Eltern im Kurs, wie man einen jungen Menschen darin unterstützen kann, problematisches Konsumverhalten zu verändern. Damit die Eltern zu Hause die Inhalte des Kurses weiter vertiefen konnten, bekamen sie Hausaufgaben auf.  Zum Beispiel sollten sie versuchen, mit ihrem Kind ein offenes Gespräch zu führen oder einmal bewusst Komplimente zu erteilen. Die gesammelten Erfahrungen wurden am darauffolgenden Kursabend gemeinsam reflektiert, so dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer jede Menge voneinander lernen konnten.

Rückmeldungen von einigen Eltern: „Es macht mir richtig Spaß, einmal wieder Jugendliche zu sein“, „Ich hätte so einen Kursinhalt gar nicht erwartet“ oder „Es ist schön, sich mit anderen Eltern austauschen zu können“.

Weitere Infos zur Schwerpunktkampagne unter www.stmgp.bayern.de sowie zum Praxisbüro Gesunde Schule des Gesundheitsamts Freising unter www.gesundeschule-fs.de.

Presseartikel siehe hier!