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Karate, Cocktails und Fitnesstraining

Moosburgs Schulen präsentieren am Gesundheitstag ein reichhaltiges Programm. Quelle: Moosburger Zeitung vom 24. November 2008

Moosburg. Mancher Schüler hoffte am Samstag vergeblich: Die weiße Pracht führte nicht zum erhofften Unterrichtsausfall wie an anderen Schulen Bayerns. Dies wäre auch schade gewesen, denn an den Schulen war am Samstag beim Gesundheitstag ein reichhaltiges Programm geboten.


Aufgeteilt in erste und zweite sowie dritte und vierte Klassen absolvierten die Schüler an der Grundschule Nord einen Fitness-Parcours. Zimmer für Zimmer galt es, unterschiedliche von den Eltern vorbereitete Aufgaben zu absolvieren: Kegeln, Tanzen auf einer Zeitung oder Erraten verschiedener Gemüsesorten durch Tasten, um nur einige Stationen zu nennen.


Gesund frühstücken


Nach dem Parcours gab es in jeder Klasse ein gesundes Frühstück. Hier ging es nicht nur um das gemeinsame Essen, sondern auch um die Ernährungspyramide und das Wissen, welche Nahrungsmittel für den Körper förderlich sind. Die Mädchen und Buben waren bei beiden Sachen mit Eifer und Engagement dabei und Rektorin Susanne Sedlmayr dankte auch den Eltern für ihre Beteiligung.


Die Grundschule Süd hatte ebenfalls einen von Eltern betreuten Bewegungs-parcours in der Aula aufgebaut. Zusätzlich gab es, wie Konrektorin Gisela Bobbert erläuterte, auch die Gelegenheit, Karate und Baseball in der Turnhalle zu erproben. Konzentriert folgten hier die Schüler den Anweisungen des Karatetrainers und die Schrittfolge glich denen der Profis.


Motz- und Wohlfühlwolken


Spannend waren die “Motz- und Wohlfühlwolken³, die in den einzelnen Klassen ausgefüllt wurden. Um die Schulentwicklung voranzubringen, notierten die Mädchen und Buben Wünsche und Aufreger. Von der Abschaffung der Hausaufgaben bis hin zu konkreten Vorschlägen für die Gestaltung der Pausenhöfe oder der Verbesserung des Umgangs miteinander reichten die einzelnen Schülerbeiträge. Auch hier durfte das Thema “gesunde Pause³ nicht fehlen.


An der Georg-Hummel-Hauptschule unterstützten einzelne Klassen diese Thematik durch den Verkauf von Fruchtspießen. Daneben gab es ein breit gefächertes Angebot: Die Johanniter maßen den Blutdruck und zeigten, wie er sich durch Anstrengung verändert. Informationen zum Thema Fitness ergänzten dieses Angebot. Wer wollte, der konnte sein Fahrrad auf Verkehrssicherheit überprüfen lassen. In der Aula des Neubaus war eine Ausstellung zum Thema “Essstörungen³ aufgebaut.
Manche Klassen waren am Samstag nur für sich und frühstückten zum Beispiel miteinander. Andere arbeiteten übergreifend. Neben diesen Angeboten wurde auch die eine oder andere Stunde regulär unterrichtet.


Weniger Dezibel beim MP3-Player


An der Kastulus-Realschule informierte Hörgeräteakustiker Florian Lohmeir die 10. Klassen über das Gehör und wie schnell Schäden entstehen können. Die Jugendlichen verfolgten die Ausführungen mit Interesse und mancher mag überlegt haben, ob es beim MP3-Player nicht ein paar Dezibel weniger auch tun.
Mit dem Thema Rauchen beschäftigte sich ein Film. Eine andere Jahrgangsstufe informierte sich über Erste Hilfe und erfuhr, dass der emotionale Aspekt, das Ermutigen und Trost zusprechen, extrem wichtig ist.
In einem anderen Klassenzimmer waren verschiedene Stationen aufgebaut, bei denen es ums Zeichnen ging. So mussten zwei Schüler mit einem Stift eine Figur nachfahren, was erheblich einfacher aussieht als es sich in der Durchführung darstellt. In der Turnhalle gab es die Möglichkeit zur praktischen Fitness.


Das Karl-Ritter-von-Frisch-Gymnasium hatte ein ähnlich reichhaltiges Programm für seine Schüler vorbereitet. Die aus mehreren Lehrkräften bestehende Schulentwicklungsgruppe hatte das Angebot vorbereitet und Direktorin Karolina Hellgartner war im MZ-Gespräch froh um diesen Tag, denn im laufenden Schulbetrieb seien diese Angebote in dieser Breite nicht zu integrieren. Zudem hoffe sie, dass die Angebote keine “Eintagsfliegen³ blieben, sondern sich bei den Schülern auch etwas im Bewusstsein ändere.
Tipps vom Biobauern
Angefangen von der Möglichkeit, durch Übungsleiter der SGM Hallensportarten näher kennen zu lernen, über eine Waldführung durch einen Förster, die eine 6. Klasse bekam, bis hin zu einem Workshop “Sexualität³ reichte das Angebot für die 5. bis 8. Klasse. Bio-Landwirt Toni Wollschläger informierte die 10. Klassen über gesunde Ernährung und Biolandbau, während sich die Neuntklässler mit dem Thema “Gesunder Rücken³ auseinandersetzten.
In der 11. Klasse wurden gesunde Getränke gemixt. Zuvor gab es einen Vortrag über Getränke (Eistee, Red Bull,...) und eine Ausstellung zeigte, wie viel Zucker sich im Eistee versteckt und anderes Wissenswerte zu den gern konsumierten Getränken. Mit großem Engagement machten sich dann die jungen Männer und Frauen ans Werk und stellten schnell fest, dass auch Alkoholfreies gut schmecken kann.


Schule kann durchaus Spaß machen, wie dieser Gesundheitstag zeigte, und vielleicht sollten die Macher im Kultusministerium einmal nachdenken, ob nicht dieser Weg Erfolg versprechender ist als der gängige Frontalunterricht. Die Motivation der Schüler wiegt die Mehrarbeit der Vorbereitung sicherlich auf. -mj-

27.11.2008 11:29 Alter: 10 Jahre