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„Ganzheitliche Gesundheitserziehung“ für alle

BLLV-Vizepräsidentin Waltraud Lučić fordert Verpflichtung zu gesundem Pausenverkauf. Ein neues Unterrichtsfach an Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen sei nötig.

Mindestens einmal pro Woche Unterricht im Fach "Ganzheitliche Gesundheitserziehung" an allen Schulen - das fordert die Vizepräsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Wal

"Gesundes Essen und Trinken muss einen neuen Stellenwert bekommen, das Fach ‚Ganzheitliche Gesundheitserziehung` möglichst rasch verpflichtend an allen Schulen und Einrichtungen, in denen Kinder betreut werden, eingeführt werden", fordert  Lučić. Schülerinnen und Schüler müssen erleben dürfen, was unter gesunder Lebensweise zu verstehen ist. Sie lernen dies nicht allein durch Informationen, sondern durch Training. Das Fach "Ganzheitliche Gesundheitserziehung" sollte daher zum festen Bestandteil im Alltag eines Schülers werden. Auch der Pausenverkauf muss "revolutioniert" und die Schulen zu einem gesunden Angebot verpflichtet werden. Lučić: “Limonade, Süßigkeiten und auch gezuckerte Müsliriegel müssen aus dem Angebot verschwinden"

Die zunehmende Übergewichtigkeit von Kindern ist alarmierend. Der Handlungsdruck steigt täglich. Inzwischen sind über 18 Prozent aller Kinder in Deutschland zu dick. Das neue Unterrichtsfach bezieht sich aber nicht nur auf gesunde Ernährung, sondern auch auf Konsumerziehung und Bewegung.

Lučić: “Kinder und Jugendliche werden täglich mit einer ständig wachsenden Medienflut konfrontiert. Der sinnvolle Umgang muss eingeübt und Alternativen müssen aufgezeigt werden. Viele Heranwachsende bewegen sich zu wenig, beschäftigen sich zu einseitig - und sind allein. Sie müssen wieder lernen, wie anregende Freizeitgestaltung aussehen kann und soziales Lernen und Handeln funktionieren. Im Kern geht es darum, gesundheitsbewusstes Verbraucherverhalten erfahrbar zu machen", erläutert die BLLV-Vizepräsidentin. Dazu müssen Handlungskompetenzen und Schlüsselqualifikationen frühzeitig angebahnt werden. "Das ist für alle Schularten und natürlich auch für alle anderen Einrichtungen, in denen Kinder betreut werden, erforderlich", betont sie.

"Der Staat hat eine Fürsorgepflicht. Er darf nicht einfach zusehen, wie sich ein Drittel aller Kinder völlig falsch ernährt, sich zu wenig bewegt und stundenlang vor Computern und Fernsehgeräten sitzt. Wer jetzt nicht handelt, braucht sich über den späteren volkswirtschaftlichen Schaden und explodierende Kosten im Gesundheitswesen nicht zu wundern." Die Schulen müssen entsprechend mit qualifiziertem Personal, Räumen und Geräten ausgestattet werden - "das kostet Geld, ist aber eine Investition, die wir den Kindern und Jugendlichen schuldig sind."

Die BLLV-Vizepräsidentin verwies auf den neu erschienenen "Elternratgeber zum Pausenfrühstück", den der BLLV gemeinsam mit dem Dominoverlag nach Empfehlungen des Gesundheits- und Kultusministeriums für eine gesundheitsförderliche Schulverpflegung herausgegeben hat. "Wir wollen zeigen, dass gesunde Ernährung Spaß machen kann", sagt sie.

Die Adresse lautet: Domino Verlag, Menzinger Straße 13, 80638 München

 

22.10.2007 14:11 Alter: 11 Jahre