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DPhV- Umfrage zeigt: Empfehlungen für eine gesunde Schulverpflegung werden nur unzureichend umgesetzt

Fastfood hat in Schulkantinen nichts zu suchen!

Wie eine Umfrage des Deutschen Philologenverbandes ergeben hat, gibt es an fast 40 Prozent  aller befragten Gymnasien mit Schulkantinen oder Kiosken keine Einschränkungen in Bezug auf das Essens- und Getränkeangebot unter Gesundheitsaspekten. Der DPhV-Bundesvorsitzende, Heinz-Peter Meidinger, nannte es äußerst unbefriedigend, dass in fast allen Bundesländern die dort herausgegebenen Richtlinien für eine gesunde Schulernährung nur Empfehlungs- und keinen Verordnungscharakter hätten und deshalb von den Kioskbetreibern und Kantinenpächtern nicht umgesetzt würden, zumal die Schulleitungen häufig wenig Einfluss auf die Pachtverträge hätten. So mache nach wie vor an vielen Schulen der Verkauf von Süßwaren, Schokoriegeln, Pommes Frites, Chips, Hamburgern und colahaltigen bzw. stark zuckerhaltigen Getränken einen beträchtlichen Teil des Verkaufsumsatzes aus, obwohl über deren Gesundheitsschädlichkeit kein Zweifel bestehe.

Meidinger betonte: „Zwar hat seit der Einführung des G 8 mit seinem verstärkten Nachmittagsunterricht der Ausbau von Schulkantinen erfreuliche Fortschritte gemacht, leider wird aber die Schulverpflegung nicht selten als reine Organisationsfrage gesehen, die oft eher pragmatisch und unter Kostengesichtspunkten entschieden wird. Fastfood hat aber in Schulkantinen nichts zu suchen!“

Der Verbandsvorsitzende wies darauf hin, dass der Verkauf von Fastfood vordergründig viele Vorteile für die Schulträger und Kantinenbetreiber biete: Er erfordere keinen besonderen Raumbedarf,  locke mit einem geringen Verwaltungs- und Reinigungsaufwand, einem akzeptablen Preisniveau und werde meist von den Schülern mehrheitlich akzeptiert. Hinzu komme, dass häufig die Schulkioske von in der Regel schlecht bezahlten Hausmeistern betrieben würden, die mit gut lagerfähigen und schnell zubereitbaren Lebensmitteln wie Hotdogs und Cola anstelle von Obst und Milch höhere Gewinnmargen erzielten.

Der DPhV-Vorsitzende forderte die Landesregierungen und Schulministerien nachdrücklich dazu auf, sich bei der Sicherstellung einer gesunden Schulverpflegung künftig nicht auf bloße Empfehlungen zu beschränken, sondern dies in Verordnungs- und Erlassform zu regeln. „Wir sind zwar grundsätzlich keine Freunde von zusätzlichen Verordnungen und Vorschriften, diese Frage muss man aber landes- bzw. bundeseinheitlich regeln und darf sie nicht von den Unwägbarkeiten örtlicher Gegebenheiten abhängig machen. Schüler in Schulen mit verstärktem Nachmittags- oder partiellem Ganztagsunterricht haben einen Anspruch auf ein warmes, vollwertiges, gesundes Mittagessen!“, sagte Meidinger und äußerte seine Sympathie für den aktuellen Vorstoß von Bundesfinanzminister Steinbrück, anstelle einer Kindergelderhöhung  stärker in kostenlose Schulspeisungen und Ganztagsbetreuung zu investieren.

Quelle: Deutscher Philologenverband
Autor: Frau Hertzfeldt
presse(at)dphv.de

17.03.2008 16:34 Alter: 11 Jahre