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Bewegungspausen im Unterricht fördern Leistungsfähigkeit und Sozialverhalten

Praxisbüro Gesunde Schule und AOK Freising veranstalten gemeinsam eine Fortbildung für Lehrkräfte der Grundschulen

 

Es ist wohl jedem schon einmal passiert: Man ertappt sich während eines Vortrages dabei, mit den Gedanken ganz woanders zu sein. Schon nach ca. 15 Minuten kann es passieren, dass die die Aufmerksamkeit erschlafft. Dies belegen zahlreiche Studien. Noch stärker gilt dies natürlich für Kinder. Wie man diesem Phänomen schnell und einfach vorbeugen kann, erklärte Harald Fechner von der AOK Direktion Freising interessierten Grundschullehrern in einer Fortbildung am Landratsamt mit dem Thema "Bewegter Unterricht als Baustein einer Gesunden Schule" "Sport ist ein Allheilmittel", so Harald Fechner. "Regelmäßige Aktivität wirkt sich nicht nur positiv auf die körperliche, sondern auch auf die geistige Gesundheit aus. Diesen Effekt können wir uns in Schulen zunutze machen". Schon Grundschüler sitzen teilweise bis zu 10,5 Stunden am Tag, Tendenz steigend. Der Körper schaltet dabei auf Sparflamme, das Gehirn arbeitet nicht mit voller Leistung, außerdem wird Übergewichtigkeit gefördert. Kurze Bewegungspausen ermüden nicht, sondern aktivieren.

In der Fortbildungsveranstaltung für die Lehrkräfte blieb es nicht nur bei der Theorie. Zusammen mit Harald Fechner konnten die Fortbildungsteilnehmer Übungen mit Namen wie "Apfelpflücken" oder "Wackelpo" selbst ausprobieren und den positiven Effekt so selbst erleben.

Doch so eine Bewegungspause aktiviert nicht nur das Gehirn, auch der Körper profitiert davon. Laut Fechner leiden immer mehr Kinder unter Rückenproblemen und Haltungsschwächen. "Eine Haltungsschwäche kann korrigiert werden, einen Haltungsschaden hat man sein Leben lang" erklärt Fechner. Durch ständiges (falsches) Sitzen und Übergewicht schon im Kindesalter werden Rückenprobleme begünstigt. Sportliche Betätigung kann hier entgegenwirken.

Martin Seidl, Leiter des Praxisbüros Gesunde Schule im Gesundheitsamt Freising wies darauf hin, wie eine Schule allgemein zu mehr Bewegung animieren kann: Zum Beispiel können Pausenhöfe und Sitzmöbel bewegungsfreundlich umgestaltet bzw. eingerichtet werden, Sportvereine könnten an Projekttagen und evtl. für die Nachmittagsbetreuung eingeladen werden usw. "Damit solche Ziele realisiert werden können, ist es ratsam, dass Lehrer, Schüler und Eltern und evtl. externe Fachkräfte gemeinsam an einem Thema arbeiten - am Besten in Rahmen der Schulentwicklung. Auch sollte das Thema Bewegung oder Gesundheit im Leitbild der Schule einen Platz haben," empfiehlt Martin Seidl, der den Schulen bei der Projektplanung seine Unterstützung anbietet.

In Kürze wird auf dem Online Portal des Praxisbüros Gesunde Schule eine Seite mit praktischen Übungen für den Unterricht eingerichtet.
Das Kultusministerium gibt Manuale zum Thema für Grund- und weiterführende Schulen aus, die Schulleiter kostenlos per Fax (08721/5910) bestellen können.

11.12.2007 13:14 Alter: 11 Jahre